Tipps zur Konzeption einer Website

Fragen, die man sich bei der Planung stellen sollte:

1. Wie kann ich verhindern, dass die Besucher gleich wieder von meiner Seite verschwinden?

Ein benutzerfreundliches Design sollte folgende Punkte beachten:

  • Die erste Seite sollte schnell geladen werden können (max. Größe 50 KB).
  • Die Navigation sollte intuitiv bedienbar sein.
  • Der Text sollte gut lesbar sein (Textfarbe und Hintergrund abstimmen).
  • Auch heute noch sollte man nicht davon ausgehen, daß jeder User einen 17-Zoll-Bildschirm zu Hause hat. Die Zielauflösung sollte daher 800 x 600 Pixel sein. Bei dieser Auflösung soll die Seite in der gesamten Breite sichtbar sein.
  • Für die Seitenabmessungen sollte als Faustregel gelten: eine Seite sollte nach unten nur so lang sein, das maximal zweimal der Scrollbalken von oben nach unten gezogen werden muß, um den Inhalt zu sehen. Maßgeblich für die Seitenlänge ist hier die anvisierte Auflösung. Seitwärts - Scrollen ist für den Betrachter sehr unangenehm, daher sollte eine Webseite immer so angelegt werden, das kein Scrollen zur Seite notwendig ist!

2. Wie erfülle ich die Erwartungen meiner Besucher am besten?

Dafür sollte man sich noch einige andere Fragen durch den Kopf gehen lassen:

  1. Welchem Zweck soll meine Seite vorwiegend dienen?
  2. Welche Inhalte sollen dargestellt werden und wie kommen sie am besten zur Geltung?
  3. Welche Besucher-Gruppen mit welcher EDV-Ausstattung sollen sich die Seiten anschauen?
  4. Was könnte diese Leute interessieren?
Mögliche Schwerpunkte wären z. B.:
  • Informationen vermitteln
  • Kontaktaufnahme zu den Besuchern der Website
  • Dem Verkauf von Produkten
  • Darstellung von kunstvollem Webdesign (Designerseiten)

Bei Seiten, in denen ein bestimmter Zweck wie das Anbieten von Information, die Kontaktaufnahme und/oder der Verkauf von Produkten verfolgt wird, ist das oberste Gebot, das die Seiten einwandfrei funktionieren. Sie sollten darüber hinaus besonders benutzerfreundlich gestaltet sein.

Bei Seiten, die Informationen vermitteln wollen, sollte ein besonderes Augenmerk auf den Text gelegt werden. Der Text muß gut lesbar, übersichtlich und leicht verständlich aufbereitet sein. Zuviel Text auf einer Seite liest kein Mensch am Bildschirm. Daher ist es besser, sehr lange Texte auf mehrere Einzelseiten zu verteilen und/oder durch Grafiken und geeignete Textformatierung aufzulockern. Am angenehmsten zu lesen sind schmale Textspalten.

Für Webseiten im E-Commerce-Bereich ist ein ausgefeiltes Design in der Regel nicht unbedingt erforderlich, der Kunde nimmt hier schon mal mit schlichtem Design vorlieb, sofern der Shop fehlerlos funktioniert.

Bei künstlerisch gestalteten Seiten nehmen die Besucher durchaus auch längere Ladezeiten nicht übel, wenn sie dafür durch anspruchsvolles und/oder ungewöhnliches Design belohnt werden. Die Besucher haben sehr oft ein neuere EDV-Ausstattung - die meisten haben mindestens einen 17'' Zoll - Monitor. Daher gilt hier nicht unbedingt, dass die Auflösung auf 800 x 600 px optimiert sein muss. Eine intuitive Bedienbarkeit der Navigation ist hier ebenfalls nicht unbedingt erforderlich. Manche Designerseiten werden dadurch erst richtig interessant, dass der Besucher durch Versuch und Irrtum entdecken muss, wie er zur nächsten Seite kommt.

Generell gilt, dass Funktionalität, Design und Inhalt harmonisch auf einander abgestimmt werden sollten. Das Ziel sollte auf jeden Fall sein, daß die Seiten fehlerfrei funktionieren.

3. Welche Seitenstruktur ist am sinnvollsten?

Ausgangspunkt der Sitestruktur ist die Navigation innerhalb der zukünftigen Website. Man sollte sich vor dem Beginn der eigentlichen Erstellung der Seiten darüber Gedanken machen, welche Punkte in die Navigation aufgenommen werden sollen und welche Unterpunkte es geben soll. Ausgehend von der Struktur der Navigation ist es ratsam, die Sitestruktur auf einem Blatt Papier zu skizzieren. Dadurch lässt sich auch der Aufbau der Ordnerstruktur ableiten. Ein Beispiel für eine kleine Sitemap gibt diese Grafik:

Die Links müssen so angelegt sein, daß man ohne „Zurückbutton" des Browsers wieder auf die vorherige Seite oder eine andere Seite in der Site kommt. Eine Seite ohne Link bzw. Verlinkung in der Navigation ist eine tote Seite! Die Navigation muß einwandfrei funktionieren! Die Navigation sollte zudem intuitiv bedienbar sein (Ausnahme: Designerseiten).

Bei Grafiken sollte immer ein Alt-Attribut angegeben werden, unbedingt erforderlich ist das bei Navigationsgrafiken. Wenn die Grafik nicht angezeigt wird, erscheint dann statt dessen der Text des Altattributs und gibt einen Hinweis auf das Verweisziel. Der Grund für die Notwendigkeit, ein Alt-Attribut anzugeben ist, dass manche Anwender wegen kürzeren Ladezeiten die Grafikanzeige in ihrem Browser ausgeschaltet haben und ohne Alt-Attribute nicht in der Lage sind, den Links zu folgen, denn Ihnen fehlt der Hinweis, auf welche Seite der Link verweist. Außerdem gibt es reine Textbrowser, die gar keine Grafiken darstellen können, z. B. der Lynx unter Linux.

4. Sind Frames oder Tabellenseiten besser geeignet?

Seiten mit reinem Tabellendesign ist heute "in". Es heißt sogar, das Frames in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr in den Standard integriert sein werden. Das hat auch seinen Grund, denn z. B. internetfähige Handys können Frames nicht richtig darstellen. Ein weiterer Nachteil ist, dass falls in Framesets mehr als eine Seite aufgerufen werden muss, das nur mit Javascript möglich ist. Bedenken muss man auch, dass Suchmaschinen mit Framesets oft Schwierigkeiten haben. Allerdings haben Frames nicht nur Nachteile sondern auch ihre Vorteile. Die Navigationsleiste z. B. wird nur einmal auf einer Seite angelegt. Falls Änderungen nötig sind, muss nur diese Datei geändert werden. Tabellenkonstruktionen können in Frameseiten sehr viel einfacher gestaltet werden als auf reinen Tabellenseiten. Die Anordnung der Seiten in einem Frameset nimmt dem Webdesigner nämlich schon einiges an Positionieraufwand ab. Auf reinen Tabellenseiten müssen auf jeder Seite wieder sämtliche Inhalte dargestellt und positioniert werden (z. B. das Logo, Navigationsleiste und veränderlicher Inhalt). Schnell stellen sich dann leichte Verschiebungen der Inhalte von Seite zu Seite ein, die später mühsam korrigiert werden müssen.

5. Wie soll die Navigation aufgebaut sein - mit oder ohne Javascript?

Der Einsatz von Javascript in der Navigation ist oft notwendig. Heute ist es üblich geworden, für die Navigation Grafiken zu verwenden, die mindestens zwei verschiedene Zustände kennen. Die Änderung des Zustands eines Navigationselements geht mit einem Bildtausch einher, der ohne Javascript nicht zu verwirklichen ist. Bei Framesets lässt sich der Einsatz von Javascript ebenfalls manchmal nicht vermeiden, wenn mehr als eine Seite ausgetauscht werden soll.

Summa summarum wird bei den meisten Navigationen Javascript verwendet. Das wäre an sich nicht weiter problematisch, denn die heutigen Browser sind alle javascriptfähig. Das alte Argument gilt also nicht mehr wirklich.

Es soll allerdings Leute geben, die Javascript in ihrem Browser aus Sicherheitsgründen abgeschaltet haben. Außerdem sollte einen folgendes nachdenklich stimmen: Bei einer Installation von Windows NT 4.0 wird noch der Internet Explorer 2.0 mit installiert. Haben Sie schon mal versucht, mit dem Internet Explorer 2.0 Treiber herunterzuladen? Das ist schlichtweg unmöglich, da die Webseiten der Treiberhersteller Frames bzw. Javascipt verwenden, von CSS ganz zu schweigen. Sehr hilfreich ist es dann, wenn man einen modernen Internet Explorer von CD zur Hand hat.

Ein weiteres Problem stellen die robots der Suchmaschinen dar, die den Javascript-Links oft nicht folgen können. Man kann das Problem umgehen, in dem man entweder eine Sitemap anbietet, in der die Verlinkung ohne Javascript erfolgt. Diese meldet man Sitemap bei den Suchmaschinen an. Etwas eleganter lässt sich das Problem bei Framesets lösen. Man erstellt in dem noframes-Bereich des Framesets eine Sitemap ohne Javascript-Links. So findet der robot alle anderen Seiten. Mit Hilfe von Javascript kann man das die Inhaltseiten umgebende Frameset mit Navigation etc. nachladen lassen.